Berlin liest: Die besten Literatur-Events im September

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Kurz durchatmen und: Es ist tatsächlich schon fast September! Welche Lesungen und Literatur-Events im Spätsommerfrühherbstmonat in Berlin stattfinden, findet ihr bei mir!

Freitag, 1. September, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
Klaus Cäsar Zehrer liest aus Das Genie
„1886 landet der junge ukrainische Einwanderer Boris Sidis in New York. Er hat keinen Cent in der Tasche, aber einen brillanten Geist und den großen Ehrgeiz, die Welt von Dummheit und Krieg zu befreien – durch Bildung. Wenige Jahre später, Boris ist inzwischen Harvard-Absolvent und ein berühmter Psychologe, wird sein Sohn geboren. Boris will an ihm demonstrieren, daß sich jedes Kind zum Genie erziehen läßt, wenn es von Anfang an die richtige Förderung bekommt.“
Eintritt 5€/3€

Freitag, 1. September, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Jörg-Uwe Albig liest aus Eine Liebe in der Steppe
„Jörg-Uwe Albig ist ein Meister der spektakulären literarischen Volte. In seiner Novelle „Eine Liebe in der Steppe“ erzählt er die Geschichte einer Liebe, die man mit Fug und Recht ungewöhnlich nennen kann – der Liebe zwischen einem Mann und einem Gebäude.“
Eintritt 5€/3€

Samstag, 2. September, ab 14 Uhr
Literarisches Colloqium Berlin
LCB Sommerfest mit Suhrkamp / Insel Verlag
„Sommerfest“ – na gut, dafür bräuchten wir eigentlich erstmal Sommer. Bei dem Programm macht es aber nichts, wenn es grau bleibt: Es lesen u.a. Jürgen Becker, Durs Grünbein, Marion Poschmann, Lutz Seiler und Robert Menasse und am Abend spielt die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz-Rot (die ich aus privater Erfahrung unbedingt empfehlen kann!) Später legen dann noch DJ Thomas Meinecke & Sivan Ben Yishai auf.
Eintritt 8€/5€

Samstag, 2. September, ab 15 Uhr
John Heartfield-Haus in Waldsieversdorf (ca. 50km von Berlin entfernt)
100 Jahre Malik Verlag
„Er war der führende Verlag der Weimarer Republik für progressive Literatur, ein Sprachrohr der linken Künstlerszene. Seine ganz andere, neue Form der Buchgestaltung erregte Aufsehen und fand viele Nachahmer. Am 1. März 2017 wäre der Malik-Verlag 100 Jahre alt geworden. Das Akademiearchiv und Studierende der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch präsentieren Texte aus dem frühen Verlagsprogramm, musikalisch begleitet von Maria Thomaschke und Susanne Stock.“ Die Ausstellung ist im Anschluss bis zum 1. Oktober zu sehen.
Eintritt frei

Dienstag, 5. September, 20 Uhr
Akademie der Künste (Pariser Platz
Uwe Timm liest aus Ikarien
„Michael Hansen, 25, amerikanischer Offizier, kehrt Ende April 1945 nach Deutschland zurück. Im Auftrag des Geheimdienstes soll er herausfinden, welche Rolle der Rassenhygieniker Alfred Ploetz im Nationalsozialismus spielte. Er trifft in München auf einen frühen Weggefährten von Ploetz, der ihm von der Freundschaft und ihrer Auseinandersetzung mit alternativen Gesellschaftsmodellen – einem Sozialismus nach Marx oder dem utopischen Projekt Ikariens – erzählt. Hansen kommt dabei dem faustischen Pakt von Ploetz mit den Nazis auf die Spur.“
Eintritt 6€/4€

Dienstag, 5. September, 20 Uhr
Maschinenhaus der Kulturbrauerei
Lana Lux liest aus Kukolka
„Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens.“
Eintritt: VVK 10€, AK 12€

Dienstag, 5. September, 20 Uhr
Literarisches Colloqium Berlin
Wir sagen uns Dunkles: Die Liebesgeschichte zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan
„Im Gespräch mit der Kritikerkollegin Ursula März stellt Helmut Böttiger das neue Buch »Wir sagen uns Dunkles« (DVA) vor. Sein Thema ist eine Liebesgeschichte, um die sich viele Legenden ranken: Ingeborg Bachmann und Paul Celan lernten sich als junge, noch unbekannte Lyriker im Frühling 1948 kennen, und ihre Beziehung, die immer wieder von Phasen des Rückzugs gezeichnet war, dauerte bis Anfang der Sechzigerjahre, als beide schon längst zu den bedeutendsten Dichtern der deutschen Nachkriegszeit zählten.“
Eintritt 8€/5€

Dienstag, 5. September, 20.30 Uhr
Fahimi Bar
Manja Präkels liest aus Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß
„Landleben zwischen Lethargie und Lebenslust. Mimi und Oliver sind Nachbarskinder und Angelfreunde in einer kleinen Stadt an der Havel. Sie spielen Fußball miteinander, leisten den Pionierschwur und berauschen sich auf Familienfesten heimlich mit den Schnapskirschen der Eltern. Mit dem Mauerfall zerbricht auch ihre Freundschaft. Mimi sieht sich als der letzte Pionier – Timur ohne Trupp.“

Mittwoch, 6. September bis Samstag, 16. September, diverse Zeiten
Internationales Literaturfestival Berlin
Einer der wichtigsten Termine im Kulturkalender der Hauptstadt: Das Literaturfestival! Innerhalb von 10 Tagen lesen gefühlt unzählige Autoren und Autorinnen aus aller Welt, darunter Robert Menasse, Arundhati Roy, Christophe Boltanski, Frank Witzel, Donna Leon, Tim Parks und Salman Rushdie.
Einzelkarte 4-12€, Tageskarte 18€/14€

Mittwoch, 6. September, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
Michael Roes liest aus Zeithain
„In Zeithain ließ der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm stets lange Paraden abhalten. Sein Sohn Fritz, der spätere Friedrich der Große, litt unter dem strengen Regime und den Mißhandlungen seines Vaters.“ Michael Roes liest aus seinem soeben erschienenen Buch und spricht darüber mit Literaturkritiker Joachim Scholl.
Eintritt 5€/3€

Mittwoch, 6. September, 20 Uhr
Georg Büchner Buchladen Prenzlauer Berg
Theresia Enzensberger liest aus Blaupause
Anfang der 1920er Jahre kommt die aus reichem Hause stammende Luise Schilling an das Bauhaus in Weimar. Sie will Architektin werden und die Welt verändern – doch muss sich als Frau erstmal in einer Männerdomäne behaupten. Meine Rezension zum Buch lest ihr hier.
Eintritt: VVK 10€, AK 12€

Donnerstag, 7. September, 20 Uhr
Literarisches Collqoium Berlin
Lesung & Gespräch mit Marion Poschmann und Thomas Macho
„Die Lyrikerin und Romanautorin Marion Poschmann hat für Zwischenstadien etwas übrig. Ähnliches gilt auch für Gilbert Silvester, den Helden ihres neuen Romans Die Kieferninseln. Der von Drittmitteln alimentierte Forscher träumt eines Nachts, dass ihn seine Ehefrau betrügt, wirft sein Leben über den Haufen und nimmt ein Flugzeug nach Japan. Dort geraten ihm die Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Bashō in die Hände, den er beim Wort nimmt. Er begibt sich auf eine Pilgerroute und stößt auf den »Complete Manual of Suicide«. Wie sich der Suizid in der Moderne entwickelt, untersucht der Philosoph und Kulturwissenschaftler Thomas Macho in seinem neuen Buch Das Leben nehmen“.
Eintritt 8€/5€

Dienstag, 12. September, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
Irmgard Keun. Eine Wiederentdeckung
Wer sich literarisch an die 1920er und 30er Jahre herantasten möchte, kommt um Irmgard Keun nicht herum: Ihr kunstseidenes Mädchen berichtet aus der flirrenden Großstadt Berlin, auch ihre anderen Romane beinhalten immer wieder starke Frauenfiguren. Nun liegen ihre Texte in einer dreibändigen Werkausgabe vor, die an diesem Abend vorgestellt wird, die Schauspielerin Nina Kunzendorf liest ein paar Auszüge vor.
Eintritt 5€/3€

Dienstag, 12. September, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Wolfgang Hegewald „Lexikon des Lebens“
„Das „Lexikon des Lebens“ lässt den Leser eine abenteuerliche Reise von Artikel zu Artikel antreten. In Schleifen und Sprüngen führt es von Klotzsche über Rom bis Barmbek-Süd, von 1652 über 1960 bis 2016, vom Landschaftsgärtner über den Theologen zum Autor. Eigensinnig, präzise und sarkastisch berichtet Hegewald von all den Dingen, die er – augenzwinkernd – einer aufmerksamen Betrachtung für würdig erachtet.“ Es liest Corinna Harfouch.

Donnerstag, 14. September, 20 Uhr
Literarisches Colloqium Berlin
Lesung & Gespräch mit Frank Witzel
„Witzel hat zwei Jahre nach seinem Buchpreiserfolg einen neuen Roman veröffentlicht: Direkt danach und kurz davor (Matthes & Seitz). Darin bewegt er sich zwei Jahrzehnte hinter die im Vorgängerroman beleuchtete Epoche der siebziger Jahre zurück. War es in »Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969« um die Insignien der alten Bundesrepublik gegangen, die sich gerade vom Muff der Nachkriegszeit befreit hatte, handelt der neue Roman von eben jenem Muff.“
Eintritt 8€/5€

Donnerstag, 21. September, 20 Uhr
Akademie der Künste (Pariser Platz)
Ingo Schulze liest aus Peter Holtz. Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst
„Peter Holtz ist ein Schelm, eine Figur von schlagender Naivität. Er ist auf der Suche nach dem Glück für alle und verabscheut das Geld. Schon als Heimkind praktiziert er dessen Abschaffung. Er glaubt an den Kommunismus und nimmt ihn beim Wort, so wie später das Christentum oder die Verheißungen des Kapitalismus. Sein Lebensprinzip ist die Selbstlosigkeit, die ihn wiederum zum vermögenden Mann macht.“ Ein neuer Schulze ist da!
Eintritt 6€/4€

Donnerstag, 21. September, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Michael Wildenhain liest aus Das Singen der Sirenen
„Den Literaturwissenschaftler und Frankenstein-Experten Jörg Krippen verschlägt es nach London, wo er eine befristete, wenig lukrative Stelle an der Universität antritt. Dort verliebt er sich in die deutlich jüngere Mae, deren Eltern aus Indien eingewandert sind und die als Reproduktionsmedizinerin nur Spott für seine Forschungen übrig hat. Dass seine Frau und sein fünfzehnjähriger Sohn in Berlin auf ihn warten, verschweigt er ihr ebenso wie seine linke politische Vergangenheit.“ Mit seinem neuen Roman ist Michael Wildenhain auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.
Eintritt 5€/3€

Donnerstag, 21. September, 20 Uhr
Georg Büchner Buchladen Prenzlauer Berg
Marianna Leky liest aus Was man von hier aus sehen kann
„Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen“, davon erzählt die Autorin in ihrem Roman mit dem Okapi, der in den letzten Wochen so manches Herz im Sturm erobert hat.
Eintritt: VVK 10€, AK 12€

Freitag, 22. September, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
Linda Boström Knausgård liest aus Willkommen in Amerika
„Die elfjährige Ellen lebt in einer hellen Familie. So betont es die Mutter, eine erfolgreiche, lebenslustige Schauspielerin. Wenn sie zu Hause ihren Unterricht hält, müssen die Türen geschlossen sein, und sie genießt ihre eigene Welt am Theater. Auch der große Bruder verbarrikadiert sich in seinem Zimmer, hört laute Musik und hat eine erste Freundin.“

Dienstag, 26. September, 20 Uhr
Literaturforum im Brecht-Haus
Helga Schütz liest aus Die Kirschendiebin
„In Helga Schütz‘ Erzählung „Die Kirschendiebin“ verschmelzen die Jahrzehnte zu Lebensläufen. Die deutsche Geschichte hat ihre Spuren in den Figuren hinterlassen, die Enge in der DDR, die Beliebigkeit des Westens auch. Doch eigentlich erzählt Helga Schütz eine Liebesgeschichte, mit einer großen Lücke darin.“
Eintritt 5€/3€

Dienstag, 26. September, 20 Uhr
Literarisches Colloqium Berlin
Ina Hartwig liest aus Wer war Ingebor Bachmann?
Wer war Ingeborg Bachmann? – Ina Hartwig hat eine „Biographie in Bruchstücken“ (S. Fischer) geschrieben und stellt sie im Gespräch mit der Literaturkritikerin Julia Encke vor. Ingeborg Bachmann ist ein Mythos der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. Die divenhaften Auftritte und die frühe Berühmtheit, die Beziehungen mit Paul Celan und Max Frisch und nicht zuletzt ihr rätselhafter, tragischer Tod sorgen für ein glamouröses Bild.“
Eintritt 8€/5€

Mittwoch, 27. September, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
Isabel Fargo Cole liest aus Die grüne Grenze
„Als das junge Künstlerpaar Thomas und Editha 1973 aus Ost-Berlin in den Harz zieht, ins Sperrgebiet der DDR nahe an der innerdeutschen Grenze, beschließt Thomas den Roman über die Grenze zu schreiben. Hat denn nicht Honecker verkündet, in der Literatur gebe es keine Tabus mehr?“ Isabel Fargo Cole wuchs in New York auf und schreibt mit erfrischendem Blick von außen über die Situation im Grenzgebiet der DDR.
Eintritt 5€/3€

Donnerstag, 28. September, 20 Uhr
Literaturhaus Berlin
Prousts Erben – Großprojekte autobiographischer Prosa
Teil 1: Deutsche Chronisten des 20. Jahrhunderts
Gerhard Henschel, Rainer Moritz und Beate Tröger sprechen über die autobiographischen Großprojekte von Walter Kempowski, Hermann Lenz und Peter Kurzeck. An vier Abenden – von September bis Dezember – werden außer diesen Romanfolgen noch die autobiographischen Werke von Mircea Cărtărescu, Warlam Schalamow, Claude Simon, Gerhard Henschel, Karl Ove Knausgård, J.J. Voskuil, Hubert Fichte, Michel Leiris und Friederike Mayröcker im Gespräch mit Autoren, Kritikern und Literaturwissenschaftlern vorgestellt.
Eintritt 5€/3€

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