Kategorie: Film

Das Erste an Ostern: „Die Dasslers“ und der Kampf um den Schuh

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Adi Dassler (Christian Friedel) ist von der inneren Zielsetzung getrieben, den perfekten Sportschuh zu entwickeln / © ARD Degeto/Wiedemann & Berg/Martin Spelda

Mit 15 Jahren sparte ich monatelang mein Taschengeld, um mir das lang ersehnte Paar „Adidas Superstar“ zu kaufen, in dunkelblau mit den charakteristischen drei weißen Streifen. Kombiniert mit dunkelroten, dicken Schnürsenkeln konnte ich mich nun einreihen in die Riege der Coolen auf meiner Schule. Andere schwörten hingegen auf die schlankeren Schuhe von Puma mit dem Emblem der Raubkatze – wir teilten uns in zwei Lager.

Das beide Firmen einmal aus einem gemeinsamen Familienunternehmen entstanden waren und nach der Aufteilung einen erbitterten Wettkampf gegeneinander führten, wusste ich damals nicht. Diese Rivalen-Geschichte der zwei Brüder Adi und Rudi Dassler wurde nun verfilmt: Am Karfreitag und Karsamstag läuft „Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“ in der ARD, ein aufwändig gemachter Fernsehfilm mit bekannter Besetzung!

„Ich bin doch nur ein Flickschuster!“

Wir schreiben das Jahr 1922 im oberfränkischen Herzogenaurach. Adi Dassler (Christian Friedel), 22 Jahre alt, arbeitet in der Schusterei seines Vaters (Joachim Król). Den Menschen steckt der 1. Weltkrieg noch in den Knochen, die Zeiten sind ruhig und beständig. Als Rudi Dassler (Hanno Koffler) aus der Stadt aufs Land zurückkehrt, ändert sich das: Er hat großes vor, will seinen eher schüchternen Bruder dazu bringen, mit ihm den perfekten Sportschuh zu entwickeln. „Ich bin doch nur ein Flickschuster!“, wehrt sich der Vater der beiden zunächst, unterstützt sie dann aber auf ganzer Linie. Gemeinsam kurbeln sie den Absatz ihrer neu gegründeten Firma an und schaffen es 1936 sogar, dass etliche Athleten der Olympiade in Berlin in ihren Schuhen antreten.

Die Dasslers

Adi (Christian Friedel) und Rudi (Hanno Koffler) bei der Arbeit / © ARD Degeto/Wiedemann & Berg/Martin Spelda

Die Dasslers: AdiDas und RudiDas?

Rudi heiratet Friedl (Hannah Herzsprung) und Adi Käthe (Alina Levshin), Nachwuchs steht an  und das Unternehmen floriert. Bis der 2. Weltkrieg alles durcheinanderwirbelt: Rudi wird eingezogen, Adi für die Firma als kriegswichtig für die Produktion von Waffen eingestuft. Schon vorher hatte es immer wieder Konflikte zwischen den Brüdern gegeben, nach Ende des Krieges zerstreiten sie sich komplett und teilen die Firma auf. Nur wenige Meter Luftlinie voneinander entfernt fechten Adidas und Puma fortan erbitterte Wettkämpfe um den internationalen Aufstieg aus, der sich auf die nachfolgende Generation überträgt und – offiziell – bis heute nicht geschlichtet wurde. Ob sich Adi und Rudi – letzterer unheilbar lungenkrank – vor dessen Tod 1974 noch einmal ausgesprochen haben, bleibt Spekulation.

Christian Friedel und Hanno Koffler sind als Brüderpaar so ungleich wie Tag und Nacht, was sie letztendlich für den Rest ihres Lebens entzweit. Hannah Herzsprung und Alina Levshin spielen zwei starke Frauen, die ihren Männern ohne zu hinterfragen den Rücken freihalten und im Aufstieg der beiden Unternehmen eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielen wie die beiden Hauptfiguren. In insgesamt drei Stunden durchleben wir alle Höhen und Tiefen mit den Protagonisten und schauen ihnen sogar beim Altern zu: Obwohl sich die Geschichte von 1922 bis 1974 spannt, werden keine unterschiedlichen Schauspieler eingesetzt, die Maske hat hier ganze Arbeit geleistet!

Zwei Generationen Familiengeschichte in einen Film zu packen ist ein anspruchsvolles Ziel, aber es hier hat klappt: In zwei Teilen entfaltet sich das ganze Drama einer Familienfehde, die wie aus einem klassischen Drama entnommen und doch nie übertrieben wirkt. Beste Fernsehunterhaltung!

Das Erste zeigt den Zweiteiler „Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“ am Karfreitag, 14. April und Karsamstags, 15. April, jeweils um 20.15 Uhr. Wer Ostern unterwegs ist, kann den Film ab Montag, 10. April bereits online schauen!

Die Dasslers

Drei Generationen der Familie Dassler / © ARD Degeto/Wiedemann & Berg/Martin Spelda

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Adi Dassler (Christian Friedel) 1974 / © ARD Degeto/Wiedemann & Berg/Martin Spelda

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