Hinter den Kulissen des Ullstein Verlags

Vier Jahre bin ich jeden Morgen direkt gegenüber des Ullstein-Verlags auf der Friedrichstraße umgestiegen. Wie schön wäre es, dort mal hinter die Kulissen blicken zu dürfen, dachte ich häufig. Nun hatte ich endlich die Gelegenheit – und durfte sogar bis in die Kommandozentrale vordringen.

Wie entsteht eigentlich ein Buch? Ehrlich gesagt hatte ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, bisher war ich viel zu beschäftigt mit dem Verwerten des Endprodukts, sprich: dem Lesen der ganzen Romane und Sachbücher, die im Laufe der Zeit erscheinen und mein Interesse wecken. Ganz klar eine Bildungslücke für eifrige Leseratten wie mich!

Der Ullstein Verlag hat diese Lücke nun geschlossen, indem er mich Anfang Februar mit vielen anderen Bloggern zum ersten blog@about in seine Räumlichkeiten auf der Friedrichsstraße in Berlin-Mitte einlud. Der Anlass war die Vorstellung der neuen Reihe „Ullstein fünf„, einem „autorenzentrierten Programm“, in dem jährlich vorerst vier Bücher von aufstrebenden Nachwuchsliteraten veröffentlicht werden.

Den Anfang macht Ada Dorian mit ihrem eindringlichen Roman Betrunkene Bäume: Ein rätselhafter Titel, hinter dem sich eine liebenswerte Geschichte über zwei eigentlich grundverschiedene und doch ähnliche Menschen versteckt (eine ausführliche Rezension folgt nächste Woche).
ullstein

„Wir wollen einem Buch immer genau das mitgeben, was es braucht“

Ada Dorian hatte ihren Text schon an verschiedene Verlage geschickt, jedoch ohne Erfolg. Bis sie an den Ullstein Verlag und die Lektorin Ulrike von Stenglin geriet, die das Manuskript wohlwollend quasi in einem Rutsch durchlas. Ihr Text solle ein Buch werden, war man schnell entschlossen, es wurden Verträge geschlossen und erste Cover entworfen. „Wir wollen einem Buch immer genau das mitgeben, was es braucht“, erklärt Franziska Brinkmann aus dem „Ullstein fünf“-Team – und dazu gehört natürlich auch die Farbe von Buchrücken, Umschlag und Lesebändchen. Koordination zwischen Text und Gestaltung des Buches hat hier große Bedeutung – und bei Betrunkene Bäume hat diese meiner Meinung nach besonders gut geklappt.

Etage für Etage arbeiteten wir uns durch das Verlagshaus, begrüßten das Marketing, die Lizenzabteilung, die Buchhandelsvertreter, die Presseabteilung und drangen sogar bis in die Kommandozentrale – das Büro der Chefin – vor, in der man einen fabelhaften Blick über Berlin hat. Wie ein großes Zahnrad greifen die verschiedenen Abteilungen ineinander, wenn es um die Entwicklung eines neuen Buches geht, von dem es auch im Hause Ullstein gefühlt unzählige pro Jahr gibt. Das „Ullstein fünf“-Team bildet darin einen kleinen Mikrokosmos, der sich in erster Linie mit viel Hingabe dem neuen Projekt widmet und so die Möglichkeit hat, wirklich begabte „junge“ AutorInnen – unabhängig von ihrem tatsächlichen Lebensalter – zu fördern.

Bei einem Kaffee hatte ich im Anschluss die Gelegenheit, mich ausführlich mit Ada Dorian zu unterhalten – und ließ in diesem Moment die geübte Journalistin versteckt und die leidenschaftliche Leserin ans Licht, die einfach mal unverblümte Fragen stellt, wie: „Und an der einen Stelle schreibst du… wie meintest du das? Warum hat Erich denn nicht…“ Für professionelle Fragen hatten wir im Anschluss Zeit, zwischen Hauptgang und Nachtisch quetschte ich Ada noch ein bisschen mehr über ihre Inspiration rund um das Buch aus.

Eine geschickte Marketingmaßnahme des Ullstein Verlags? Auf jeden Fall. Aber eine, die mit so viel Liebe zum Buch und Leidenschaft an der Sache vorgetragen wurde, dass ich mich noch immer wie eine Schneekönigin über den gemütlichen Nachmittag im großen Backsteinhaus freue!

Wie die anderen Blogger-Kollegen und Kolleginnen den Tag erlebt haben, lest ihr z.B. bei Frank O. Rudkoffsky und Novellieren

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