Literarisch verreisen mit der „Fernlese“

fernlese

Du suchst die passende Literatur für deine Reise? Cindy verkauft in ihrer kleinen Online-Buchhandlung „Fernlese“ Bücherbündel abgestimmt auf Länder und Städte!

„Ja, Literatur für Portugal zu finden ist tatsächlich nicht so leicht“, stimmt mir Cindy zu. Wir haben uns an einem sonnigen Montagnachmittag auf einen Chai Tee in Schöneberg getroffen, um über ihr Herzensprojekt „Fernlese“, eine kleine Online-Buchhandlung für passgenau geschnürte Bücherpakete, zu sprechen.

Wann immer ich auf Reisen gehe, plane ich nicht nur die Route sorgfältig, sondern auch die Lektüre, die mit in den Rucksack darf: Am liebsten sind es Geschichten aus dem jeweiligen Land, in das es mich treibt. Erzählungen und Romane, die mir quasi „von innen heraus“ ein Gefühl für meinen jeweiligen Reiseort geben, so dass ich auf einen Reiseführer verzichten kann. Für Portugal war ich nicht wirklich fündig geworden, vielleicht war ich aber auch nur zu wählerisch. Zu melancholisch mag ich es nicht – obwohl ich vielleicht genau damit in die Fado-geprägte Kultur der Portugiesen eingestiegen wäre…

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Hätte ich doch vorher Cindy angeschrieben! Wer sich an sie wendet, bekommt nach einer kurzen Bearbeitungszeit ein liebevoll und persönlich auf sich zugeschnittenes Bücherpaket zugestellt oder bestellt sich eine der bereits vorbereiteten Kombis. Alle Bücher sind gebraucht, das Stöbern in Antiquariaten und auf Flohmärkten eine Lieblingsbeschäftigung der Online-Buchhändlerin, die offline passenderweise als Reisejournalistin arbeitet.

Auf Krimis oder seichte Literatur greift sie bei ihren Empfehlungen weniger zurück, bevorzugt anspruchsvollere Literatur: Wer diesen Sommer in Spanien am Strand liegen wird, könnte z.B. Texte von Hemingway, Eugen Ruge und Mercé Rodoreda einpacken, für Tel Aviv kommen Etgar Keret und Lizzy Doron in den Koffer. Und welche Bücher empfiehlt sie für Berlin?

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„In den 1920ern kamen viele russische Schriftsteller ins Exil nach Berlin, wo sie eine Gemeinschaft bildeten. Für einige war Berlin eine Zwischenstation, andere blieben länger. Maschenka ist eine fabelhafte Novelle über das Berlin der 1920er und die Zerrissenheit zwischen der neuen und alten Heimat“, schreibt Cindy über das Buch von Vladimir Nabokov.

Und dann wäre da noch Irina Liebmann, von der ich bis zu unserem Treffen noch nicht gehört hatte. In Berlin spielt kurz nach der Wende: „Berlin ist aufgewühlt. Die Liebmann fährt quer durch die Stadt, denkt an ihre Liebesgeschichte und an ihre Kindheit. Und beobachtet währendessen, wie sich die Stadt mit den Jahreszeiten verändert. Wie Ost und West verknüpft werden.“

Wird sie ihre kleine Online-Buchhandlung irgendwann ausweiten und das Programm erweitern? Geplant sei in Zukunft auch das Angebot von neuen Büchern, erzählt sie mir. Ein großer Traum wäre aber nach wie vor eine „echte“ Buchhandlung mit Café – ein Wunsch, den ich sehr gut nachvollziehen kann!

Cindy findet ihr unter Fernlese.de sowie auf Facebook und Instagram.

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