Netzkultur: Identity sucks…

Netzkultur

Die „Netzkultur“ im Haus der Berliner Festspiele geht am kommenden Samstag in die dritte Runde und steht diesmal unter dem Motto „Identity sucks“. Denn das Internet ist überfüllt mit Selbstdarstellung, ausgedachten Identitäten und wenig Privatssphäre – oder doch nicht?

In den Anfängen des WWW gehörte es zum Standard, sich einen ulkigen Namen für Chatrooms auszudenken: Erdbeermaus85, Schnuckiputz01, sexyhexy2000 zum Beispiel (meine beste Freundin und ich versteckten uns damals hinter den ironisch motivierten Synonymen „Bügelbrett“ und „Stehlampe“). Heutzutage sind die Namen oft weniger niedlich, doch mit den Möglichkeiten des Web 2.0. hat die Selbstdarstellung und vor allem die Inszenierung des eigenen Lebens in der Online-Welt ungeahnte Ausmaße erreicht (ich nehme mich nicht davon aus).

Wie groß ist der Graben zwischen Online-Selbst und Offline-Selbst, zwischen virtuellem Alter Ego und der (schnöden) Realität und wozu führt das? Damit beschäftigt sich die dritte Ausgabe der von den Berliner Festspielen organisierten Tagung Netzkultur, auch diesmal kuratiert von der fabelhaften Nikola Richter. Zu Gast ist diesmal u.a. die Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel, die über das Thema „Das Internet und die Asymmetrisierung in uns und ohne uns“ spricht.

Weiter geht es mit den Vorträgen „Pseudonym 3.0: Leitfaden für einen wirkungsvollen Künstlernamen im Netz“, „Neue Trends digitaler Identität“ und dem (meiner Meinung nach besonders wichtigen) Gespräch über „Meins ist deins: Neue Nutzungsrechte in der digitalen Kulturproduktion“. Außerdem wird es eine Live-Schalte zu Jonas Mekas geben, dem 1922 geborenen Künstler, der seit den 1960er Jahren sein Leben in Form eines Video-Tagebuchs festhält.

Die Netzkultur #3 findet am Samstag, 22. Februar ab 18 Uhr im Haus der Berliner Festspiele statt. Tickets kosten 8€.

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