„Nun sag, wie hast du’s mit der Kultur?!“ – The blogbook

Fotos: The blogbookFotos: The blogbook

Carolin sitzt momentan zwischen gepackten Umzugskartons und bereitet sich darauf vor, mit ihrer Familie an die Nordsee zu ziehen. Umso mehr freue ich mich, dass sie sich Zeit genommen hat mir ein paar Fragen über sich und ihre wundervolle Seite „the blogbook“ zu beantworten!

Liebe Carolin, dein Blog ist für dich „ein Kosmos zwischen zwei virtuellen Buchdeckeln“, weshalb du ihn „The Blogbook“ genannt hast. Wann und wie ist die Idee für deine kleine Welt im Internet entstanden?
Nach der Geburt meines dritten Kindes und einem Umzug in eine neue Stadt wurde mir plötzlich klar, dass meine beruflichen Pläne nicht mehr umsetzbar waren. ich war dreifache Mutter und Hausfrau und musste mich irgendwie beschäftigen. Also holte ich meine alte Nähmaschine aus dem Schrank und fing nach mehrjähriger Pause wieder an, zu nähen und mich kreativ zu betätigen. Außerdem entdeckte ich die Welt der Blogs, vor allem in der Nähszene und entwickelte ziemlich schnell den Wunsch, da auch „mitzumischen“. Und so entstand zunächst mein virtuelles Logbuch (The (B)Logbook), in dem ich meine Nähwerke präsentieren wollte. Im Laufe der Zeit merkte ich dann, dass sich zum einen der Name sehr schwer wiederverwenden ließ und verkürzte ihn auf the blogbook., zum anderen fand ich eine Publikationfläche für mich, auf der ich mir einen langersehnten Traum erfüllen konnte: ich schrieb, eben sozusagen mein eigenes Buch in Blogform. Es kamen neue und andere Themen hinzu, das Nähen blieb. Und mit der Zeit wuchs mein „Buch“ Kapitel für Kapitel.

Du beschreibst dich selbst als „ein Denker, ein Wortverdichter, ein Zeichensetzer“ – und das merkt man auch in der Auswahl deiner Posts, die sich um alles drehen, was man so allgemein als „kreativ“ bezeichnet. Wo holst du dir deine Inspiration?
Eigentlich von überall. Die Themen meiner Texte ergeben sich aus allem, was ich sehe, lese oder alltäglich mit meiner Familie erlebe. Außerdem benutze ich unheimlich gern pinterest (Ihr findet mich auf hier) , da kann ich schon mal die ein oder andere Stunde zubringen… Grundsätzlich versuche ich einfach, mit offenen Augen durch die Welt zu laufen und mich selbst für die kleinen Situationen zu schulen, so abgedroschen das vielleicht klingen mag. Wenn wir beispielsweise als Familie mit dem Auto unterwegs sind, machen wir uns oft auf all die kleinen und großen Dinge aufmerksam, die wir unterwegs so entdecken, spielen „welche Form hat die Wolke“ und solche Dinge. Und zu guter letzt: abends, kurz bevor ich richtig tief in den Schlaf gleite oder morgens unter Dusche habe ich schon richtig tolle Einfälle gehabt

Fotos: The blogbook

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Wolfenbüttel – da war ich ehrlich gesagt noch nie. Was macht die Stadt, in der du lebst, für dich besonders?
Das ist eine schwierige Frage, weil ich – während ich Deine Fragen beantworte – dabei bin, von hier wegzuziehen und zwar nicht, weil ich muss, sondern weil ich will *lach*. Wir sind hier tatsächlich auch nur zufällig gelandet. Aus beruflichen Gründen zog es uns nach Braunschweig, wo wir allerdings keine Wohnung fanden. Braunschweig mag ich wirklich sehr, für eine Großstadt ist es überschaubar, man findet wahnsinnig viele grüne, sehr schöne Ecken und trotz all der Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg mag ich das Flair wirklich gern. Wolfenbüttel war einmal eine wirklich bedeutende, herzögliche Stadt, bis dann das Schloss nach Braunschweig umzog und Wolfenbüttel zu einer Art „Vorort“ vernachlässigt wurde. Hier ist es sehr gemütlich, das Stadtbild ist von alten, aber sehr schön renovierten Fachwerkhäusern geprägt, man findet eines der wenigen, noch erhaltenen Fachwerkschlösser hier und zudem befindet sich hier die Herzog-August-Bibliothek, die international einen wichtigen Rang genießt. Wolfenbüttel ist definitiv einen Ausflug wert!

Was sollte man nicht verpassen, wenn man dich in Niedersachsen besuchen kommt?
Puh, die Frage finde ich noch schwieriger, da ich nicht gebürtig von hier bin und mich nicht als „Niedersachse“ fühle. Ich komme eigentlich aus Sachsen, da würde mir die Beantwortung der Frage deutlich leichter fallen. Aber wie ziehen nach Cuxhaven, wo sich Elbe und Nordsee treffen und ich würde sagen, das Wattenmeer sollte man keinesfalls verpassen!

Kommen wir jetzt zu meiner Gretchenfrage: „Nun sag, wie hast du’s mit der Kultur?“ Welche Rolle spielt sie in deinem Leben?
Eine sehr wichtige, schon immer! Meine Eltern haben mit uns immer sehr viel unternommen! Wie gesagt, ich komme aus Sachsen und das hat aus seiner Geschichte heraus ziemlich viel an Kultur zu bieten (etwas, was leider in der aktuellen Berichterstattung ziemlich unter geht). Ich kann gar nicht zählen, wieviele Burgen und Schlösser ich schon in meinem Leben gesehen habe *lach*. Und auch in anderen Bereichen habe ich viel aus meinem Elternhaus mitbekommen. Meine Geschwister und ich haben beispielsweise alle klassische Musikausbildungen. Ich selbst habe Kunstgeschichte und Deutsche Literatur studiert, was wohl zwangsläufig für ein gewisses kulturelles Interesse spricht. Das sind natürlich jetzt ganz klassische Ausläufer, Kultur ist ja ein unglaublich vielschichtiger Begriff, da letztlich alles darunter fällt, was in einem gewissen Gefüge und Umfeld gewissen Regelmäßigkeiten unterworfen ist, also kultiviert wird. Ich würde meine Interessen da auch durchaus als weit gefächert beschreiben!

Fotos: The blogbook

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Welche Ausstellung hast du als letztes besucht und welche möchtest du unbedingt noch sehen?
Asche auf mein Haupt: ich weiß es nicht mal mehr! Ich bin ein unglaublich schlechter Museumsbesucher, was man als Kunsthistoriker lieber nicht allzu laut sagen sollte! Ich finde es selber auch voll schade, da meine Kinder nämlich wirklich sehr gern ins Museum gehen – und das muss man ausnutzen!

Alphabetisch, nach Farbe sortiert oder bunt durcheinander gewürfelt: Wie schaut es in deinem Bücherregal aus?
Unbedingt nach Autor und thematisch, ähnlich wie in einer Bibliothek. Es macht mich wahnsinnig, wenn Bücher beispielsweise nach Farbe sortiert sind. Ich weiß, dass das in vielen Interior-Zeitschriften und -blogs gern angepriesen wird, aber da streikt der bibliophile Nerd in mir zu 100%. *lach*

Welcher Roman oder welches Sachbuch liegt ganz oben auf dem „Will ich lesen“- Stapel?
Leider gerade gar nichts, obwohl ich unglaublich gern und eigentlich auch viel lese. Die letzten anderthalb Jahre hat sich das durch die Entstehung meiner Freiberuflichkeit ziemlich verändert – und zwar ins Negative. Das stört mich total, es gibt nichts Schöneres, als in die Welt zwischen zwei Buchdeckeln abzutauchen und darin aufzugehen. Momentan kann ich es aber mit unserem Umzug entschuldigen – dadurch sind die Bücher nämlich schlichtweg schon alle verpack. Allerdings liest mein Mann gerade ein Buch eines norwegischen Autos: „Der Mann und das Holz“. Das ist ein Buch über die Liebe zu Brennholz! Das finde ich so dermaßen schräg – das will ich auf alle Fälle auch noch lesen!

Gibt es ein Zitat, einen Aphorismus oder eine Redewendung, die besonders gut zu deiner Lebenseinstellung passt?
Es gibt so einen running gag in meiner Familie, den liebe ich. Er stammt aus Erich Kästners „Drei Männer im Schnee“ – und zwar aus der Verfilmung aus den ‘60er Jahren. Da antwortet der Diener, der zur Unterstützung des inkognito reisenden Millionärs mitfährt, auf die Frage des Skilehrers, warum er denn noch nie Ski gefahren sei: Es bot sich keine Gelegenheit! Es ist ziemlich erstaunlich, wie oft dieser Satz passt :-D. Ich mag die Idee, dass einfach nur noch nicht die passende Zeit für etwas gekommen ist. Denn dadurch ist immer alles möglich!

Vielen Dank!

Carolin findet ihr auf „the blogbook“ sowie auf Facebook, Twitter, Instagram und Pinterest.

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