Rund um die Buchmesse: Empfehlungen für den Bücherfrühling

buecherfruehling

Im Rahmen der Leipziger Buchmesse (23. bis 26. März 2017) liegt die Aufmerksam wieder verstärkt auf Literatur. Aber wie behält man in dem ganzen Wust der Neuerscheinungen eigentlich den Überblick? Ich habe neun Bücher rausgesucht, die mich in diesem Bücherfrühling beeindruckt haben. Welche (anderen) könnt ihr empfehlen?

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Barbara Kenneweg
Haus für eine Person
Als nach ihrem Vater überraschend auch ihre Mutter stirbt, geht Rosa Lux einen radikalen Schritt: Sie, trennt sich von ihrem Freund, kündigt ihre Wohnung in der Innenstadt und zieht – ohne ihrem Umfeld Bescheid zu sagen – an den Stadtrand von Berlin in ein „Haus für eine Person“. Umgeben allein von Nachbarn in betagtem Alter, versucht sie hier, wieder zu sich selbst zu finden. Dann stellt sie fest, dass sie schwanger ist… Barbara Kenneweg erzählt die Geschichte einer Frau in einer Lebenskrise mit nüchterner, sachlicher und unglaublich eindringlicher Stimme.
Ullstein Verlag

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Paolo Rumiz
Der Leuchtturm
Vorsicht: Wer „Den Leuchtturm“ von Paolo Rumiz liest, könnte ziemlich schnell von intensivem Fernweh gepackt werden! Der Erzähler zieht sich für drei Wochen auf eine mitten im Mittelmeer gelegene Insel zurück, auf der es nichts weiter gibt als einen Leuchtturm. Oder doch? Mit der internetlosen Stille kommen auch die Gedanken und die Erkenntnis, dass wir nur ein kleiner Punkt im Univsersum sind! Eingeflochten in die Kulturgeschichte des Mittelmeers und der angrenzenden Länder ist diese Geschichte die perfekte Art der Entschleunigung. 
Folio Verlag

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Susann Pásztor
Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster
Fred arbeitet als ehrenamtlicher Sterbebegleiter. Er hatte sich das alles sehr romantisch vorgestellt, die dankbaren Sterbenden bis zu ihrem letzten Atemzug an die Hand zu nehmen und ihnen aufopferungsvoll die letzten Wünsche zu erfüllen. Doch seine erste Klientin Karla, die nur noch wenige Monate zu leben hat, ist alles andere als rührselig – pragmatisch und effizient organisiert sie die ihr verbleibende Zeit. Und dann ist da noch Phil, Freds Sohn im Teenageralter, der unversehends in das große Szenario aus Leben und Tod hineingezogen wird. Ein must-read für alle, die – einfach für alle!
KiWi Verlag

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Stefan Beuse
Das Buch der Wunder
Penny und Tom sind zwei ungleiche Geschwister: Während Penny an übersinnliche Dinge und an eine Welt der Wunder glaubt, sucht Tom für alles einen handfesten wissenschaftlichen Beleg. Doch als ein paar Ereignisse geschehen, die nicht so leicht rational zu erklären sind, beginnt Tom zu zweifeln… Mehr sei nicht verraten außer: Von der ersten Seite an war ich in den Bann gezogen!
mairisch Verlag

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Lea Streisand
War schön jewesen. Geschichten aus der großen Stadt
Kürzlich las ich Im Sommer wieder Fahrrad, den Debütroman von Lea Streisand, bei dem ich einige Tränen vergoß. Das passierte mir bei War schön jewesen auch – allerdings handelte es sich hier ausschließlich um Lachtränen! Auf jeder zweiten Seite der liebevoll geschilderten Großstadtgeschichten aus Berlin vibrierte mein Körper vor Kichern und das „Stimmt, sowas hab ich auch schonmal erlebt!“ war ein ständiger Begleiter. Für alle Fans von Berlin und der gewissen Freakigkeit, die man hier noch immer findet.
Ullstein Verlag

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Rudolph Herzog
Truggestalten
Wieder Berlin, diesmal aber das Surreale, Groteske und Unheimliche: In den Erzählungen von Rudolph Herzog blicken wir hinter die Kulissen der Großstadt, in die Abgründe und die Hinterlassenschaften der (blutigen) Geschichte. Eine Amerikanerin, die in ihrem Keller in Neukölln eine verletzte Person findet, die aber später nicht mehr aufzufinden ist: Hat es etwas mit dem Fluchttunnel zu tun, in dem damals jemand erschossen wurde? Hier tauchen rätselhafte Personen auf, die einem einen Schauer den Rücken hinunterlaufen lassen.
KiWi

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Dola de Jong
Das Feld in der Fremde
Auf ihrer Flucht nach Nordafrika Anfang der 1940er Jahre haben die Niederländer Aart und Lies sechs Kinder aufgesammelt und vor den Nazis gerettet – nun versuchen sie gemeinsam, im marokkanischen Tanger einen Acker zu bewirtschaften. Doch die Hitze macht alles kaputt, das Essen ist knapp und ihr Aufenthalt eine Zwischenstation. Die Kinder sind viel auf sich allein gestellt und versuchen jeder, seinen eigenen Weg zu gehen – doch die Zeiten sind ungüngstig. Dola de Jong, geboren 1911 in Arnhem und einzige Überlebende ihrer Familie, hat hier einen Teil ihrer Lebensgeschichte verarbeitet.
Kunstmann Verlag

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Arno Frank
So, und jetzt kommst du
Die eigenen Eltern verhalten sich seltsam? Das bemerkt der junge Erzähler, als seine eigentlich verschuldete Familie Hals über Kopf nach Südfrankreich auswandert und dort im Überschwang lebt. Doch dann stellt sich heraus, dass das plötzlich vorhandene Geld längst aufgebraucht ist – was zu einer haarsträubenden Flucht mit der kompletten Sippe quer durch Europa führt, immer mit der Angst im Rücken, von der Polizei geschnappt zu werden. Ein Roadmovie der anderen Art!
Tropen Verlag

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Jirí Mahen
Der Mond
Jiří Mahen (1882–1939) gehört zu den außergewöhnlichsten Autoren der tschechischen Literatur, die sich hier mit sehr gut (wieder) entdecken lässt: Seine kurzen Erzählungen sind den einzelnen Mondphasen zugeordnet und gefüllt mit Anekdoten, Kuriosem, Märchen und Dialogen über den Planeten an unserem Himmel, der so vieles bestimmt und uns dennoch so fremd ist.
Guggolz Verlag

Für alle Berliner unter euch, die den AutorInnen gerne beim Lesen zuhören: Hier findet ihr die Übersicht über die Literatur-Events im März!

1 Kommentare

  1. „War schön jewesen“ habe ich gerade gelesen und mochte ich sehr!
    So lustig und so echt! Ich wünschte sie hätte einen Instagram-Account für mehr Realität auf Instagram

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