Zu Besuch im… Tierpark Köln-Lindenthal

Das schöne an Besuchen in der Heimat ist diese Mischung aus Altbekanntem und Neuem: Ich kenne mich aus und entdecke doch immer wieder etwas (wieder). Zum Beispiel den Tierpark in Köln-Lindenthal, in dem ich als Kind viel Zeit verbracht habe.

Der Stadtwald sieht sehr malerisch aus an diesem Wintermorgen. Es ist still und die Sonne wirft glitzernde Flecken auf das kalte Wasser im Weiher, es sind nur wenige Spaziergänger und Jogger unterwegs. Ich überquere eine kleine Brücke aus den 1950er Jahren – und stehe plötzlich inmitten einer Schar Graugänse. Als ich mich vorsichtig heranpirsche, um die Tiere mit ihrem grau-glänzenden Federkleid zu fotografieren, höre ich eine Stimme hinter mir: „Es ist erst Februar – und sie sind schon fast alle wieder hier!“. Laufen hier immer so viele Graugänse durch die Gegend, frage ich, mitten durch den Park? Das seien Kanada-Gänse, erklärt mir die Frau, und ja, das seien immer so viele – in den Sommermonaten sogar noch einige mehr. Dann würden die Vögel den ganzen Park bevölkern.

Waren Sie schon im Tierpark, fragt sie mich, während sie ebenfalls ein Foto von den Gänsen macht – da müsse ich unbedingt hin! Dort wohne auch eine Esel-Familie, die vor kurzem ein Junges bekommen hat. Nein, eigentlich zwei, um genau zu sein: Als man feststellte, dass die schon ältere Tochter des Esel-Ehepaars ebenfalls trächtig war – und zwar vom eigenen Vater! – taufte man das Kleine kurzerhand „Malheurchen“. Typisch Köln!

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Als ich den Tierpark betrete, werde ich bereits vom heiseren Krächzchen der Esel empfangen. Sie sind die Attraktion schlechthin und umgeben von kleinen Kindern, die die kuscheligen Tierchen unbedingt füttern wollen. Eines der kleinen Kinder lässt gerade erschrocken die Tüte mit Tierfutter fallen, als ich das Gehege von „Malheurchen“ und Familie erreiche – eine Eselszunge ist dann doch größer und forscher als erwartet!

Ich muss grinsen und an eine Fotografie denken, die meine Eltern ca. 1986 aufgenommen haben: Mit blau-weiß gestreifter Latzhose und Strohhut, unter dem sich meine damals noch strohblonden Haare kringelten, versuche ich ein niedliches Reh zu füttern – doch das vorwitzige Maul des Tieres lässt mich erschrocken zurückschnellen. Wie viele Familien, fuhren auch meine Eltern regelmäßig mit mir in den Tierpark nach Lindenthal, weil ihre Tochter in kindlicher Forschheit danach krähte, endlich mal wieder Schafe, Ziegen, Rehe und Enten füttern zu dürfen.

Fast 30 Jahre später bin ich wieder hier – und der Zauber ist noch nicht verflogen!
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2 Kommentare

  1. Hallo Julia,
    ach ja, der Tierpark. Ich bin dort als Kind auch schon herumgerannt – und das ungefähr 15 Jahre vor dir 🙂 Und dann mit meiner Tochter in den Neunzigern. Da kommen Erinnerungen hoch!

    Ich war letztens mit meiner Nichte dort und doch ziemlich baff, in was für ein schickes Teil der sich verwandelt hat.

    Er ist wirklich eine Institution – schon 100 Jahre lang.

    Schöner Beitrag! Ich liebe die Fotos. Muss unbedingt bald auch mal wieder hin.

    Herzliche Grüße von Anke

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